Frankfurt Lab

Leonardo Rodrigues Santos

Leonardo Rodrigues Santos ist ein in Brasilien geborener Tanzkünstler und -forscher, dessen Arbeit sich durch bewegungsbasierte Praktiken mit Verkörperung, Wahrnehmung und kollektiver Erfahrung auseinandersetzt. Verwurzelt in der kulturellen Landschaft Salvador da Bahias und geprägt von afro-diasporischen und zeitgenössischen Tanztraditionen, ist er in den Bereichen Performance, Forschung und interdisziplinäre Zusammenarbeit tätig. In den vergangenen Jahrzehnten hat er eine internationale Karriere in Südamerika und Europa aufgebaut und dabei vielfältige künstlerische Rollen übernommen – u. a. als Darsteller, Choreograf, Probenleiter, Choreografieassistent, Pädagoge und künstlerischer Kollaborateur. In seinem beruflichen Werdegang kreuzten sich seine Wege mit Künstler*innen und Institutionen wie Daniela Kurz, Yoshi Oida, Marcelo Evelin, CocoonDance, dem Tanztheater Heidelberg, dem Staatstheater Nürnberg und der Oper Graz. Seine jüngsten Arbeiten – darunter „When It Falls: L’enfer“, „C’est Les Autres“, „Afrogenetics“ und „Re:Call“ – erforschen Transformation, gegenseitige Abhängigkeiten und Formen des Miteinanders durch kollaborative und bewegungsbasierte künstlerische Praktiken.

Rechercheprojekt:
Das praxisorientierte künstlerische Forschungsprojekt „Reactivating Embodied Memory: Afro-Brazilian Movement in Contemporary Dance Practice“ entspringt den Erfahrungen von Leonardo Rodrigues Santos als Tänzer, der von afro-brasilianischen Bewegungstraditionen in Salvador da Bahia, Brasilien, geprägt wurde. Das Projekt untersucht, wie verkörperte Erinnerungen und durch kollektive Erfahrungen überlieferte Wissensformen in Kontexte des zeitgenössischen Tanzes übertragen werden können. Durch die Auseinandersetzung mit lebendigen Praktiken der Orixás und durch Experimente im Studio erforscht er Bewegungsprinzipien mittels Einfühlung und Übersetzung. Er untersucht, wie solche Prinzipien narrative Vorstellungskraft hervorbringen und zu Improvisations- und Kompositionsprozessen beitragen können, ohne traditionelle Formen zu reproduzieren oder zu kodifizieren.

Gefördert durch:

HMWK_schmal

Kooperationspartner*innen:

hta-01