Frankfurt Lab

Programm

Solidarisches Preissystem: 10/15/20 €
Bezahlung in Bar an der Abendkasse.

ORT:
Halle 1

DAUER:
ca. 2 Stunden, inkl. Pause; Einlass 30 Min vor Beginn

SPRACHE:
DEU / EN / UKR etc.

Kostenlose Reservierung über Ticketlink

BÄM BÄM BÄM & Emigrant Songs

Double Feature ASJA & Nastya Dzyuban

Solidarisches Preissystem: 10/15/20 €
Bezahlung in Bar an der Abendkasse.

ORT:
Halle 1

DAUER:
ca. 2 Stunden, inkl. Pause; Einlass 30 Min vor Beginn

SPRACHE:
DEU / EN / UKR etc.

Kostenlose Reservierung über Ticketlink

Gleich zwei Performances teilen sich mit kurzer Zwischenpause die große Bühne des Frankfurt LAB!

Emigrant Sons
Nastya Dzyuban

Polissja / Palesse ist eine Grenzregion zwischen der Ukraine und Belarus, in der trotz imperialer Auslöschungsversuche, kulturelle und sprachliche Gemeinsamkeiten bestehen, die Ukrainer*innen und Belarus*innen miteinander verbindet. In „Emigrant Songs“ sammeln vier Performer*innen Fragmente dieser Traditionen und verweben ihre Stimmen zu einem lebendigen, atmenden Archiv.

Im Zentrum des Stücks steht das Tarnnetz – ein Geflecht aus Stoff und Geschichten, aus (Un-)Sichtbarkeit und Schutz im andauernden Krieg. Auf der Bühne werden Fäden geknotet, Hände arbeiten rhythmisch, Stimmen erheben sich, Absätze beginnen zu stampfen.

Wie sehr passt man sich an, um sicher zu sein? Kulturelle Camouflage wird zum Versuch, sich in neue soziale Gefüge einzufinden – die eigene Kontur weichzuzeichnen, Präsenz zu verschleiern, im Hintergrund zu verschwinden. Migration wird zu einem ständigen Tanz zwischen dem Wunsch, gehört zu werden, und der Notwendigkeit, mit der sozialen Landschaft zu verschmelzen. Zwischen Weben und Singen, Verbergen und Offenbaren, folgen die Performer*innen fragilen Wegen, um sichtbar zu bleiben, während sie nach einem Ort suchen, woher sie stammen und an dem Ort, an dem ihre Stimmen Resonanz finden.

 

BÄM BÄM BÄM
Justice wins oder Tappen im Dunkeln
ASJA

Am Anfang: ein Mord. Am Ende: die Aufklärung. Dazwischen: völlig unklar.
Mit Trenchcoat, langen Schatten und in genialer Selbstüberschätzung nähern sich ASJA und René Alejandro Huari Mateus der Figur des Meisterdetektivs. Ein mysteriöser Fall, ein rauschendes Radio und die Bühne als Tatort.
Detektivgeschichten und Kriminalfiktionen sind über Altersgruppen und Klassen hinweg eines der beliebtesten Genres für Bücher, Filme, oder Spiele. Die Figur des Detektivs schlägt einen Blick auf das vermeintlich Fremde vor: Ob nun Poes gelassener Dupin, der über Analysemethoden abschweift; oder Doyles Holmes, der sein Genie über das Lesen seines Gegenübers durch vermeintlich nebensächliche Details unter Beweis stellt; oder Christies Poirot, der auf Reisen in dramatischen Kulissen und unter Zeitdruck die Abgründe der Reichen und Schönen aufdeckt; oder Bogarts Marlowe, der sich allen überdrüssig, von Intrigen abgeklärt vor allem sich selbst in Gefahr bringt; oder Figuren aus Serien wie True Detektive, Twin Peaks, CSI Miami, Tatort, TKKG, Knives Out, Kalle Blomquist:
Sie alle sind nicht selten weiße Männer, herausragend darin, mit kühlem Kopf das Objekt ihres Interesses restlos aufzudecken, zu durchleuchten und zu verstehen.
Diese Figur und ihre zugrundeliegende Sehnsucht nach dem absoluten, rationalen Verstehen wird in BÄM BÄM BÄM von zwei BIPoC Frauen auf der Bühne seziert und in einem Spiel zwischen zwei Detektivinnen, die sich gegenseitig analysieren ad absurdum geführt.

Hinweise zu Inhalt & Sprache

Emigrant Songs
Diese Aufführung findet in einem offenen Raum ohne festgelegte Bestuhlung statt. Man kann auf Stühlen sitzen oder sich frei bewegen. Im Zentrum steht ein gemeinsames Tun: das Weben eines echten Tarnnetzes, das nach der Performance an ukrainische Verteidigungseinheiten weitergeleitet wird. Sie sind herzlich eingeladen, mitzuweben – oder einfach zuzusehen. Es gibt keine Verpflichtung. Gelegentlich werden sanfte Einladungen zum gemeinsamen Bewegen oder Singen erklingen, immer mit der Möglichkeit, auf eigene Weise dabei zu sein. Ihre Anwesenheit – in welcher Form auch immer – ist willkommen.

Hinweise zur Sprache:
Die Hauptsprachen der Performance sind Ukrainisch und Belarussisch. Dennoch bleibt das Werk durch die geteilte menschliche Erfahrung, durch Bewegung und Klang unmittelbar zugänglich. Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich, um eine Verbindung zu der Arbeit aufzubauen. Um Ihr Erlebnis zu unterstützen, wird eine Broschüre mit Übersetzungen der Liedertexte bereitgestellt.

BÄM BÄM BÄM
Die Performance setzt sich mit dem Krimi-Genre auseinander und verhandelt auf sprachlicher und bildlicher Ebene die Themen Gewalt, Tod, Mord und Polizei.
Es gibt auf der Bühne eine Stoffpuppe, die als Leiche dient und eine Spielzeugpistole ohne Munition. Gegebenenfalls kann es zu Schussgeräuschen und einem plötzlichen Knall kommen. Auf der Bühne gibt es stellenweise gedämpftes Licht und Dunkelheit, sowie Nebel und Vaping.

Hinweis zur Sprache:
Die Hauptsprachen der Performance sind Deutsch und Englisch, mit kurzen Passagen auf spanisch und sudanesisch. Wir gehen davon aus, dass es für alle Menschen im Publikum Momente gibt, in denen sie eine Sprache nicht verstehen werden, oder dass Textelemente sich erst an anderer Stelle inhaltlich erschließen lassen. Die Performance ist so gebaut, dass die wichtigsten Inhalte sowohl auf deutsch, als auch auf englisch vorkommen.

Credits & Förder*innen

Emigrant Songs

Beteiligte und Förderer
Initiiert von Nastya Dzyuban; entwickelt und aufgeführt: Nastya Dzyuban, Olen Mamai, Hanna Launikovich und Andrii Punko
Kostüm: Delphina O. Hennig
Holzarbeiten und emotionale Unterstützung: Nice Kager
Vermittlung & Begleitung des Volksgesangs: Tetiana Illchenko, Dariia Bakalova und die Volksmusikgruppe Bozhedary
Folkloreforschung und -beratung: Andrii Punko
Sound Design: Hanna Launikovich
Technische Unterstützung: Felix Schwarzrock

Ein großes, herzliches Dankeschön an: Bernhard Siebert, Frédéric de Carlo, René Alejandro Huari Mateus, Barbara Krzoska, Chiara Marcassa, Jenny Flügge, Florian Ackermann und Team von Frankfurt LAB, Ida Daniel und das IX ProsoziTé Kollektiv, Natalia Shcherbina, Olena Bronnikova und andere Mitglieder:innen der Weben Gruppe, Melika Moazeni, Fabian Schäfer und Mania Kollectiv, Halyna Oblonina, Polina Oblonina, Tetiana Saienko

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt, Gesellschaft Freunde internationales Theater Frankfurt

BÄM BÄM BÄM
Künstlerische Leitung: ASJA
Performance & Choreografie: René Alejandro Huari Mateus
Ko-Regie: Maren Ada Küpper
Kostüm, Bühne und Ausstattung: Nora Schneider
Lichtdesign und Technische Leitung: Felix Schwarzrock

Mit großem Dank an das Frankfurt LAB, Philipp Schulte, Ekaterine Giorgadze, Jonathan Schmidt-Colinet und Frédéric de Carlo.

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Kooperationspartner*innen:

hta-01