Frankfurt Lab

Nazanin Bahrami

Nazanin Bahrami ist Performancekünstlerin, Theatermacherin, künstlerische Forscherin und
bildende Künstlerin. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind Verlust, Erinnerung, Tod und die Frage, wie politische Gewalt im Körper weiterwirkt. Bahrami arbeitet mit autobiografischen
Fragmenten, Archivmaterial, Gesten, Bildern und Materialien. Dabei interessiert sie, wie
weibliche Körper unter historischen und politischen Bedingungen sichtbar werden, Zeugnis
ablegen, sich entziehen und widerständig handeln. So entstehen Räume, in denen persönliche Erfahrung, kollektive Erinnerung und historische Verletzungen in Berührung kommen. Ihre Projekte wurden unter anderem im Produktionshaus Naxos, im Künstler*innenhaus Mousonturm, im Frankfurt LAB, im Theater neben dem Turm, am Staatstheater Kassel, im Künstlerhaus Bethanien und bei KVS Brussels gezeigt sowie in verschiedenen Festival- und Kunstkontexten in Deutschland, Belgien und Iran präsentiert.

Rechercheprojekt:
Das künstlerische Forschungsprojekt „Voice Not Found“ setzt bei der langen und umkämpften Geschichte der Hörbarkeit weiblicher Stimmen im Iran an. Einer von Bahramis frühen modernen Bezugspunkten ist Qamar-ol-Moluk Vaziri, die 1924 als erste Frau im Iran ohne Schleier öffentlich vor einem gemischten Publikum sang. Ihr Auftritt markierte einen radikalen Moment in der öffentlichen Präsenz weiblicher Stimmen. Nach der Revolution von 1979 wurde der solistische Gesang von Frauen in öffentlichen, gemischtgeschlechtlichen Kontexten stark eingeschränkt; die weibliche Stimme geriet zunehmend in Formen nur teilweiser Sichtbarkeit, verschlüsselter Zirkulation und institutioneller Kontrolle. Dieses Projekt begreift diese Geschichte als eine lebendige künstlerische Frage: Welche Formen von Präsenz werden möglich, wenn eine Stimme nur unter Bedingungen von Zensur, Vermittlung, Risiko oder Verschwinden erklingen darf?

Gefördert durch:

HMWK_schmal

Kooperationspartner*innen:

hta-01
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