Frankfurt Lab

Katja Cheraneva

Katja Cheraneva, wohnhaft in Frankfurt, ist freischaffende Tänzerin und Choreografin. In ihren jüngsten Arbeiten beschäftigt sie sich mit den Begriffen Probe/Proben, Lernen/Verlernen, Erinnerung und Rückgängigmachen. In der Vergangenheit arbeitete sie eng als Performerin, Ko-Kreatorin und choreografische Beraterin mit Choreograf*innen wie Fabrice Mazliah, Lea Letzel, Francis Chiaverini, Janina Arendt, Ksenia Ravvina, Yasmeen Godder und Viktorija Ilioska; sowie mit bildenden Künstler*innen wie Anne Imhof (NATURE MORTE 2021, FAUST und FAUST JR. 2017, ANGST I, II 2016), Dudu Quintanilha (WE, MESS 2020), Gabriele Rendina Cattani (ERSATZ 2021), Dorota Gaweda und Egle Kulbokaite (BROOD 2023). Sie war Mitglied von The Forsythe Company (2010–2015) und Gründungsmitglied von HOOD (Host Organisation fOr proDuction), das von 2017 bis 2019 ein künstlerisches Stipendium bei PACT Zollverein hatte. Zusammen mit Mazliah leitete sie den Projektraum „Werkstatt“ (2021–2023) in Frankfurt.

Rechercheprojekt:
Im Projekt „действие, or act i on“ (Arbeitstitel) untersucht Cheraneva, wie theatrale Sprache und Logik – Inszenierung, Probe, Re-Enactment, Dekonstruktion und Fragmentierung – von Propaganda vereinnahmt werden, um Krieg und Politik in ein Spektakel zu verwandeln; und wie Performance nicht in die Repräsentationsfalle tappen muss, sondern als Mittel dienen kann, um die politische Realität zu reflektieren und zu verändern. Als Ausgangspunkt für diese künstlerische Forschung stützt sich Cheraneva auf drei theoretische Referenzen: „Gender of Sound“ (Anne Carson), „Pulcinella oder Belustigung für Kinder“ (Giorgio Agamben) und Antonin Artauds „Das Theater der Grausamkeit“. In diesen Werken findet sie Ansätze dafür, wie verkörperter Klang und Performance Autorität, rationale Ordnung und Repräsentation destabilisieren können. Ihr Interesse gilt insbesondere der Figur des Pulcinella, einem grotesken Trickster, dessen Handlungen sich Verantwortung und Schuld entziehen.

Gefördert durch:

HMWK_schmal

Kooperationspartner*innen:

hta-01