Space and time for contemporary productions
Sa.
28.03.26
19.00 Uhr
So.
29.03.26
17.00 Uhr

Emigrant Songs
Nastya Dzyuban

Polissja / Palesse ist eine Grenzregion zwischen der Ukraine und Belarus, in der trotz imperialer Auslöschungsversuche, kulturelle und sprachliche Gemeinsamkeiten bestehen, die Ukrainerinnen und Belarusinnen miteinander verbindet. In Emigrant Songs sammeln vier Performer*innen Fragmente dieser Traditionen und verweben ihre Stimmen zu einem lebendigen, atmenden Archiv.

Im Zentrum des Stücks steht das Tarnnetz – ein Geflecht aus Stoff und Geschichten, aus (Un-)Sichtbarkeit und Schutz im andauernden Krieg. Auf der Bühne werden Fäden geknotet, Hände arbeiten rhythmisch, Stimmen erheben sich, Absätze beginnen zu stampfen.

Wie sehr passt man sich an, um sicher zu sein? Kulturelle Camouflage wird zum Versuch, sich in neue soziale Gefüge einzufinden – die eigene Kontur weichzuzeichnen, Präsenz zu verschleiern, im Hintergrund zu verschwinden. Migration wird zu einem ständigen Tanz zwischen dem Wunsch, gehört zu werden, und der Notwendigkeit, mit der sozialen Landschaft zu verschmelzen. Zwischen Weben und Singen, Verbergen und Offenbaren, folgen die Performer*innen fragilen Wegen, um sichtbar zu bleiben, während sie nach einem Ort suchen, woher sie stammen und an dem Ort, an dem ihre Stimmen Resonanz finden.

Hinweise zum Inhalt
Diese Aufführung findet in einem offenen Raum ohne festgelegte Bestuhlung statt. Man kann auf Stühlen sitzen oder sich frei bewegen. Im Zentrum steht ein gemeinsames Tun: das Weben eines echten Tarnnetzes, das nach der Performance an ukrainische Verteidigungseinheiten weitergeleitet wird. Sie sind herzlich eingeladen, mitzuweben – oder einfach zuzusehen. Es gibt keine Verpflichtung. Gelegentlich werden sanfte Einladungen zum gemeinsamen Bewegen oder Singen erklingen, immer mit der Möglichkeit, auf eigene Weise dabei zu sein. Ihre Anwesenheit – in welcher Form auch immer – ist willkommen.

Beteiligte und Förderer
Initiiert von Nastya Dzyuban; entwickelt und aufgeführt: Nastya Dzyuban, Olen Mamai, Hanna Launikovich und Andrii Punko.
Kostüm: Delphina O. Hennig
Holzarbeiten und emotionale Unterstützung: Nice Kager
Vermittlung & Begleitung des Volksgesangs: Tetiana Illchenko, Dariia Bakalova und die Volksmusikgruppe Bozhedary
Folkloreforschung und -beratung: Andrii Punko
Sound Design: Hanna Launikovich
Technische Unterstützung: Felix Schwarzrock

Ein großes, herzliches Dankeschön an: Bernhard Siebert, Frédéric de Carlo, René Alejandro Huari Mateus, Barbara Krzoska, Chiara Marcassa, Jenny Flügge, Florian Ackermann und Team von Frankfurt LAB, Ida Daniel und das IX ProsoziTé Kollektiv, Natalia Shcherbina, Olena Bronnikova und andere Mitglieder:innen der Weben Gruppe, Melika Moazeni, Fabian Schäfer und Mania Kollectiv, Halyna Oblonina, Polina Oblonina, Tetiana Saienko

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt, Gesellschaft Freunde internationales Theater Frankfurt

© Nastya Dzyuban

Double-Feature mit "BÄM BÄM BÄM"
Einlass 30 Min vor Beginn
Dauer: ca. 2 Stunden, inkl. Pause

Solidarisches Preissystem: 10/15/20 €
Kostenlose Reservierung:
28.03. hier
29.03. hier
Bezahlung in Bar an der Abendkasse.

Hinweise zur Sprache:
Die Hauptsprachen der Performance sind Ukrainisch und Belarussisch. Dennoch bleibt das Werk durch die geteilte menschliche Erfahrung, durch Bewegung und Klang unmittelbar zugänglich. Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich, um eine Verbindung zu der Arbeit aufzubauen. Um Ihr Erlebnis zu unterstützen, wird eine Broschüre mit Übersetzungen der Liedertexte bereitgestellt.