When I Saw the Sea
Ali Chahrour
Tanzfestival RM
„When I Saw the Sea“ ist eine berührende Performance über Schmerz, Widerstand und Hoffnung. Die Performerinnen und Aktivistinnen Rania Jamal, Zena Moussa und Tenei Ahmad geben mit Tanz, Musik und persönlichen Geschichten den Erfahrungen migrantischer Arbeitskräfte im Libanon eine Bühne, die dem repressiven Kafala-System ausgesetzt sind. Das der Leibeigenschaft ähnliche Kafala-System fesselt migrantische, meist weibliche Arbeitskräfte an ihre Arbeitgeber*innen und schafft Verhältnisse extremer Ausbeutung, die immer wieder in häuslicher Gewalt und Suizid münden. In Krisenzeiten wird dieses Unrecht nicht nur verschärft, sondern auch sichtbarer: Die Angestellten, häufig aus Kamerun, Ghana oder Sudan geflohene Frauen, werden auf der Straße zurückgelassen – obdachlos, unbezahlt und ohne Ausweispapiere. Einige Überlebende sind trotz ihres prekären rechtlichen Status geblieben und leisten Widerstand. Die Küste von Beirut ist für sie eine Zuflucht: ein Horizont, der zum Bild für Freiheit wurde.
Der libanesische Choreograf Ali Chahrour gehört zu den markantesten Stimmen des zeitgenössischen Tanzes im arabischen Raum. Seine Arbeiten verbinden häufig arabische Mythen mit den politischen und sozialen Realitäten seiner Heimat. Auf einer reduzierten Bühne, begleitet von der Musik von Abed Kobeissy und der gefühlvollen Stimme der Sängerin Lynn Adib, schaffen die drei Performerinnen und Chahrour eine entschlossene Feier des Lebens, die sich über den Schmerz der vergangenen Kämpfe erhebt.
Hinweise zum Inhalt und zu sensorischen Reizen
Informationen zu sensiblen Inhalten
Das Stück thematisiert Geschichten über Krieg, sexuelle Übergriffe und Rassismus, die jedoch nicht visuell auf der Bühne dargestellt werden.
Informationen zu sensorischen Reizen
Ein großer, greller Scheinwerfer leuchtet während des Einlasses und für die ersten 15 Minuten des Stücks direkt ins Publikum.
Die Bühne ist durchweg dämmrig beleuchtet.
Am Ende des Stücks gibt es kurz völlige Dunkelheit.
Etwas Nebel auf der Bühne.
Phasenweise laute Musik und starker Bass.
Credits
Regie & Choreografie: Ali Chahrour
Performer*innen: Zena Moussa, Tenei Ahmad, Rania Jamal
Musik von und mit: Lynn Adib, Abed Kobeissy
Assistenz Regie & Choreografie: Chadi Aoun
Licht & technische Leitung: Guillaume Tesson
Assitenz technische Leitung: Pol Seif
Sound Design: Benoît Rave
Bühne: Guillaume Tesson, Ali Chahrour
Internationale Beziehungen & Kommunikation: Chadi Aoun
Fotos: Lea Skayem
Grafik: Christina Atik
Textredaktion: Hala Omran
Übersetzung ins Französische: Marianne Noujeim
PRODUKTION
Produziert von: Ali Chahrour
Produktionsleitung: Christel Salem, Chadi Aoun
KO-PRODUZIERT VON
Le Festival d’Avignon / Ibsen Scope / HAU Hebbel am Ufer, Berlin / Arab fund for arts and culture (AFAC) / Al Mawred al Thaqafi / DeSingel Antwerp / Domino Zagreb, Perforations Festival / Holland Festival / Zürcher Theater Spektakel / Al Madina Theater
MIT UNTERSTÜTZUNG DURCH
Beryte Theater / L’Institut Français de Beyrouth / Wicked Solutions / WASL Productions / Beit el Laffé / Raseef, Beirut / Houna center / Orient 499
Das Tanzfestival Rhein-Main, ein Projekt von Künstler*innenhaus Mousonturm und dem Hessischen Staatsballett im Rahmen der WDC 2026, wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und gefördert durch das Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, die Aventis Foundation und die Dr. Marschner Stiftung. Gesponsort von Energieversorgung Offenbach AG (EVO).
Kooperationspartner*innen: